Al-Anon Chronik von Berlin

Entstehung und Entwicklung von Al-Anon und Alateen in Berlin

Nachdem sich im Herbst 1962 die Anonymen Alkoholiker in Berlin konstituiert hatten, nahmen interessierte Angehörige von Alkoholikern an deren offenen Meetings teil. An geschlossenen Meetingsabenden saßen die Angehörigen oft in den Vor- oder Nebenräumen der Meetingsorte beieinander, unterhielten sich über ihre Sorgen, Nöte und Freuden und tauschten Erfahrungen aus.
Erst nach Anregungen durch A.A. – Freunde entstand der Entschluß, eine Al – Anon Gruppe in Berlin ins Leben zu rufen. Damals besuchten einige A.A. – Freunde regelmäßig die Alkoholkranken in der Außenstelle der Karl – Bonhoeffer – Nervenklinik in der Neheimer Straße in Tegel, um ihnen in Meetings das A.A. – Programm nahe zu bringen.

Dabei stellten sie fest, dass zu Besuchszeiten Angehörige der Patienten kamen, die sehr daran interessiert waren, etwas über Erfahrungen im Zusammenleben mit einem Alkoholiker – Partner zu hören.
Einige Berliner Angehörige von A.A. – Freunden besorgten sich nun von der in Essen eingerichteten „Zentralen Kontaktstelle der Al – Anon Familiengruppen“ Unterlagen, um zu erfahren, wie man eine Gruppe gründet und welche Themen in den Meetings behandelt werden können. Es wurden nun von der „Zentralen Kontaktstelle“ mit der Schreibmaschine getippte Unterlagen von vorläufigen Übersetzungen geschickt:
– Auszüge aus dem Buch „Das Leben mit einem Alkoholiker“
– „12 Schritte und 12 Traditionen“
– „Vierundzwanzig – Stunden – Programm“ (Gestern – Heute – Morgen)
und weitere Themen.
Nach kurzer Durchsicht der Unterlagen wurde der erste Meeting – Termin beschlossen:
12. Juli 1968
Freitagnachmittag, erstes Al – Anon Meeting in einem Raum der Klinik in der Neheimer Straße mit ca. 10 – 12 Angehörigen von Alkoholikern. Später wurden die Meetings jeweils am Montagabend durchgeführt. Der Gruppenraum musste nach einiger Zeit aufgegeben werden und die Gruppe traf sich dann ab 9. November 1968 Sonnabendnachmittag in der Johanniter Straße 3 (Kreuzberg), Gemeindehaus; die Gruppe zog nochmals um und traf sich dann ab 27. Januar 1973 Sonnabendnachmittag in der Lausitzer Straße 30 (Kreuzberg), Gemeindehaus. Diese Gruppe besteht seit April 1986 nicht mehr.
Weitere Gruppengründungen
September 1969 bis März 1970
Goethestr. 27 (Haus der Kirche in Charlottenburg). Später lebte diese Gruppe noch einmal auf, konnte sich aber nicht halten.
1. April 1970
Friedenstr. 20 (Mariendorf), Gemeindehaus; diese Gruppe bestand zunächst bis Ende 1972
und wurde dann am 13.09.1978 neu gegründet. Meeting: Mittwoch 20.00 Uhr
2. November 1972
Kinkelstr. 33 (Spandau), heute Jüdenstr. 33, Gemeindehaus; Donnerstag – Gruppe, die sich zunächst jeden 1. Donnerstag im Monat traf, später dann wie noch jetzt. Meeting: jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat 20.00 Uhr
1972
Johannisthaler Chaussee 329 (Buckow), heute Martin –Luther –King – Weg 6, Gemeindehaus;
Dort traf man sich zunächst jeden Freitag zum Meeting; eine gewisse, heute nicht mehr nachvollziehbare Zeit fanden dann keine Meetings mehr statt; bei Neugründung (Termin unbekannt) wurden zweimal im Monat Meetings abgehalten.
Meeting: Freitag 19.30 Uhr
3. Oktober 1975 Kinkelstr. 33 (Spandau), heute Jüdenstr. 33,Gemeindehaus, Freitag – Gruppe; diese Gruppe
entstand aus der Donnerstag – Gruppe, sie war zu groß geworden und musste sich teilen.
Meeting: Jeden 2. und 4. Freitag im Monat 20.00 Uhr

10. Dezember 1977
Mehringplatz 15 (Kreuzberg), AOK – Gebäude, Sonnabend um 20.00 Uhr. Heute kein Meeting mehr.
29. April 1978
Jüdisches Krankenhaus, Iranische Str. 2, (Wedding). Meeting: 1. und 3. Sonnabend im Monat 19.30 Uhr, Heinz –Galinski – Str. 1
8. Oktober 1978
Wilskistr. 53 (Zehlendorf), Gemeindehaus; heute kein Meeting mehr.
15. Mai 1979
Alt – Lankwitz 80 (Lankwitz), Gemeindehaus, Umzug: Alt – Lankwitz 15 Meeting: Montag 19.30 Uhr
Oktober 1979
Brandenburgische Str. 51 (Wilmersdorf), Gemeindehaus Meeting: Dienstag 20.00 Uhr
17. Juni 1979 bis 15. Februar 1981
Finchleystr. 10 (Lichtenrade), Gemeindehaus; diese Gruppe besteht nicht mehr.
Februar 1980
Brunowstr. 37 (Tegel), Gemeindehaus; Meeting: Freitag 19.30 Uhr
April 1980
Rankestr. 5 – 6 (Schöneberg), „Offene Tür Berlin, diese Gruppe besteht nicht mehr.
27. Juli 1981
Karl – Marx – Str. 197 (Neukölln), Gemeindehaus; Meeting: Montag 20.00 Uhr
7. Oktober 1982
Treitschkestr. 31 (Steglitz), Gemeindehaus, Eingang Gritznerstr. 18 Meeting: Donnerstag 10.00 Uhr
11. November 1983
Gierkezeile 39 (Charlottenburg), Meeting: Freitag 19.30 Uhr
3. Dezember 1984
Brandenburgische Str. 51 (Wilmersdorf), Gemeindhaus Meeting: Montag 19.30 Uhr
11. März 1987
Waldhaus – Klinik, Potsdamer Chaussee 70 (Zehlendorf) Meeting: Mittwoch 19.00 Uhr Potsdamer Chaussee 69

Alateen – Gruppen
18. Februar 1977
Kinkelstr. 33 (Spandau), Gemeindehaus zunächst jeden 1. und 3. Freitag im Monat, dann jeden
1. Freitag, heute kein Meeting mehr.
31. Mai 1983
Treitschkestr. 31 (Steglitz), Gemeindehaus, Mittwoch um 17.30 Uhr, die Gruppe besteht nicht mehr.
Im Jahr 1988 beginnt ein Umbruch in der Alateen – Gemeinschaft, nicht nur in Berlin, sondern im gesamten Bundesgebiet.
Alateen sollte stärker als Teil von Al-Anon gesehen werden, wobei sich die Wichtigkeit einer intensiven Sponsorschaft zeigt.
1988 ?
Gierkezeile 39 (Charlottenburg), Umzug in die Brandenburgische Str. 51 (Wilmersdorf)
Januar 2000
Umzug in die Eichenallee 47 (Charlottenburg), ev. Kirchengemeinde  Meeting: 2. und 4. Donnerstag im Monat 18:30 Uhr
Iranische Str. 2 (Wedding), Jüdisches Krankenhaus, Umzug April 2004 Brunowstr. 37 (Tegel), Gemeindehaus Meeting: 1. und 3. Freitag im Monat 19.30 Uhr
Februar 1993 bis Dezember 1995 Prenzlau
18.01.2004 bis 17.04.2005 Strausberg

Kontakte zwischen Al – Anon Westberlin und Al – Anon Deutschland
Juni 1969
Im „Miteinnander – Füreinander“ (Zeitschrift der Schweizer Al – Anon) sind 5 Al – Anon Kontaktstellen in Deutschland aufgeführt:
Nord – West – Mitte – Süd – Berlin
4. November 1969
17 Al – Anon Gruppen in Deutschland waren der Zentralen Kontaktstelle in Essen gemeldet, darunter die Gruppe Johanniter Str. (Kreuzberg).
29. November 1969
Erstmalig nahm ein Al – Anon Freund aus Westberlin an einer Al – Anon Ausschusssitzung in Mühlheim /Ruhr teil.
November 1971
Der „Ausschuss“ wurde nunmehr zum „Al – Anon Komitee“ umgewandelt und bestätigte im Rahmen der nun notwendigen Organisation die 5 Kontaktstellen in Deutschland.
Im Jahre 1972 wurden aus den Kontaktstellen die Al – Anon Intergruppen gebildet;
Berlin wurde in die Intergruppe Mitte eingegliedert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Verbindung mit der Zentralen Kontaktstelle in Essen überwiegend schriftlich durch eine Berliner Al – Anon Freundin gehalten; nunmehr wurden aber Reisen in den RaumFrankfurt / Main (IG Mitte) notwendig, um in das Geschehen in Al – Anon durch persönliche Anwesenheit einer Vertreterin der Berliner Gruppen bei den IG – Sitzungen einbezogen zu werden.
30. September 1978
Aus der Berliner Kontaktstelle gründet sich die „Landesgruppe Berlin“ mit:
Landessprecherin, Vertreterin, Literaturbearbeiterin, Kassenführerin, Protokollführerin
für 8 Al – Anon bzw. Alateen Gruppen:
Lausitzer Str. (Kreuzberg)
Spandau I (Do.) Kinkelstr. (heute Jüdenstr.)
Spandau II (Fr.) Kinkelstr. (heute Jüdenstr.)
Johannistaler Chaussee (Buckow)
Friedenstr. (Mariendorf)
Mehringplatz (Kreuzberg)
Jüdisches Krankenhaus (Wedding)
Alateen – Gruppe Spandau
Eine weitere Gruppe in der Wilskistr. (Zehlendorf) befand sich in der Gründungsphase.
Im März 1979 wird im Al – Anon Komitee beschlossen, dass in Zukunft die Landesgruppe Berlin als eigenständige „Region“ geführt und direkt dem Komitee angegliedert wird; die Berliner Regionalsprecherin nimmt nun an den Komitee – Sitzungen gleichberechtigt mit den Sprechern der Al – Anon Intergruppen teil.

Komitee – Sitzungen in Berlin
10. und 11. Januar 1976
Haus der Kirche, Goethestr. (Charlottenburg)
10. und 11. Juni 1978
Hotel Arosa (Charlottenburg)
16.und 17. November 1979
Hotel Arosa (Charlottenburg)

Gemeinsame Dienstkonferenzen (GDK)
Durch das schnelle Anwachsen der Al – Anon Gemeinschaft in Deutschland wurde es dringend erforderlich, sich über eine Struktur Gedanken zu machen, die der Gemeinschaft den ursprünglichen Halt sichert.
Sinn der Struktur ist es, jedem Einzelnen Al – Anon die Möglichkeit der Beteiligung zu geben. Dies geschieht durch die Vertrauenspersonen der Gruppen (Gruppenrepräsentanten) und über die aus diesem Kreise gewählten Delegierten.
Die erste Zusammenkunft der GDK fand im Oktober 1987 in Essen statt, an der unsere 3 Berliner Al–Anon –Freundinnen (Regionalsprecherin, Delegierte und Struktur – Mitarbeiterin) teilnahmen.

Gründung der Intergruppe Ost
Unsere Intergruppe Berlin Brandenburg entstand 1988 und befand sich innerhalb der Al – Anon Gemeinschaft aufgrund der politisch bedingten Lage Berlins seither in einer Sonderstellung, da Region und Intergruppe quasi deckungsgleich waren.
Nach der Wiedervereinigung empfahl der Treuhänderrat, die Intergruppe Berlin Brandenburg aufzulösen und eine neue Intergruppe Ost zu gründen.
2. September 2000
Gründung der Region 1 in Bernau, Kulturhof
27. Januar 2001
Gründung der Region 2 Berlin Rudow, Martin – Luther – King – Gemeinde
2001
Gründung der Region 3
26. Mai 2001
1. Treffen der Intergruppe Ost in Berlin Wilmersdorf,Wegenerstr.1-2

Kontakte zur Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker in Westberlin
Oktober 1969 bis April 1971
Eine Al – Anon Freundin ist in der AA – Intergruppe stimmberechtigt vertreten.
April 1970 bis März 1971
Ein Al – Anon Freund gehört dem Hauptausschuss der AA in Deutschland als Nichtalkoholiker der Intergruppe Berlin an.
Ab Ende 1969 werden die Al – Anon Gruppen und zwei Kontaktpersonen in den AA – Kontaktkarten aufgeführt; wie
lange dies geschah, ist nicht mehr nachvollziehbar.
Am 19. März 1970 erzählt erstmalig eine Al – Anon Freundin (Ursula / Kreuzberg) auf einem öffentlichen Informationsmeeting der AA im Auditorium Maximum der TU Berlin ihre Lebensgeschichte.
Am 14. Oktober 1972 findet zum ersten Mal ein offenes Al – Anon Meeting auf einer AA – Veranstaltung statt; diese Veranstaltung stand unter dem Motto „10 Jahre AA in Berlin“ und wurde vom 13. Oktober  bis 15. Oktober 1972 im Haus der Martin – Luther – King – Gemeinde in der Johannisthaler Chaussee durchgeführt.
Weitere Al – Anon – Meetings fanden dann anlässlich des 15 – jährigen Bestehens der AA in Berlin um Oktober 1982 statt.
6. Januar 1979
Auf einer Al – Anon Landesgruppensitzung wird bekannt gegeben, dass gemäß den Protokollen der AA – IG
Sitzung vom 02.11.1978 und des AA – Elfer – Kreises vom 06.11.1978 die Al – Anon Literatur von AA – Freunden verwaltet und in der AA – Kontaktstelle in der Fehmarner Str. 24 (Wedding) verkauft wird.
18. November 1997
Al – Anon übernimmt seinen Literaturverkauf zuerst in der Brandenburgischen Str. 51,
dann Umzug in die Gierkezeile 39, Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V..
Literaturverkauf: Dienstag 18.00 bis 19.00 Uhr.

Das deutschsprachige Treffen der Anonymen Alkoholiker im ICC Berlin vom 1. – 3. Mai 1987 machte eine besonders intensive Zusammenarbeit mit den AA – Freundinnen und –Freunden erforderlich.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnten durch das Verständnis von beiden Seiten zufriedenstellende Lösungen gefunden werden. Somit war es für uns als Gäste von AA möglich, den 20. Geburtstag von Al – Anon
feierlich zu begehen. Gleichzeitig feierten unsere Berliner Alateen ihren 10. Geburtstag. Als Besonderheit für
das Geburtstagsmeeting von Al – Anon ist unseren Berliner Freundinnen und Freuden etwas eingefallen: „Das Geburtstagskind will anderen Freude bereiten“. So setzten sich viele Al – Anons zusammen und bastelten, strickten, nähten und malten liebevoll verschiedenartige Geschenke im „Saftladen“ in der Wegener Str. (Wilmersdorf) oder
in Heimarbeit. Ca. 800 – 850 Stück wurden dann an die Besucher des Geburtstagsmeetings verschenkt. Durch diese Arbeiten wurde das Gefühl der Zusammengehörigkeit verstärkt und es zeigte sich ein herzliches zusammenrücken.

Weitere Zusammenarbeit mit AA ist dadurch gegeben, dass Al – Anon Freunde abwechselnd an den AA – IG Sitzungen teilnehmen und anderseits AA Gruppenfreunde zu den Al – Anon Regionaltreffen eingeladen werden; sie sind nicht stimmberechtigt.

3 Antworten auf „Al-Anon Chronik von Berlin“

  1. Danke für diese Chronik.
    Schön fände ich, wenn in der Chronik auch die Brandenburger Meetings erwähnt werden würden, weil doch Berlin-Brandenburg
    auf Al-Anon Ebene zusammen gehören.
    g24std.
    Sabine

    1. Genau. Also wäre es toll, wenn die Brandenburger Meetings die Infos mitteilen, damit diese in die Chronik eingearbeitet werden können. Über das Regionalmeeting, den Newsletter usw. können die entsprechenden Ergänzungen angeregt werden.

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